Flohmarkt plus in Kapstadt

Schon vier Querstraßen davor winken die Parkeinweiser oder halten Schilder mit „Old Biskuit Mill“ hoch, um die Autofahrer an den Straßenrand zu locken. Dabei gibt es auch direkt vor der Old Biskuit Mill noch Parkplätze mit ein wenig Glück. Und das, obwohhl der Markt auf dem Gelände der ehemaligen Mühle recht voll ist. Der Flohmarkt am Samstag ist ursprünglich aus ener Nachbarschaftsaktion entstanden, mittlerweile aber über die Grenzen Woodstocks hinaus bekannt.

Hunderte Menschen schieben sich an verschiedenen Ständen auf dem „Neighbourgoods Market“ vorbei. Man darf sich vor Menschenmassen nicht fürchten. Feilgeboten werden Lederwaren, Kleidung, Kunst und ein unendliches Angebot an Speisen und Getränken. Aus verschiedenen Garküchen duften die unterschiedlichsten Gerüche, leckeres Brot wird direkt vor Ort gebacken, Fleischspieße brutzeln über offener Flamme und das Weinangebot ist fast unüberschaubar, dazu gibt es frisch gezapftes afrikanisches Bier. Mit dem erbeuteten Essen sitzt man dann an langen Bänken und kommt automatisch mit den anderen Gästen ins Kontakt.

An den Verkaufsständen begegnet man offene und amüsante einheimischen Händler, mit ihre Produkte mit Verve anbieten, sich aber auch gerne mit den Kunden länger unterhalten und andere ignorieren.

Unter der Woche ist die Old Biskuitt Mill die Heimstatt von Restaurants, Designer-Läden, Modegeschäften, Galerien, Antiquitätenhändlern und der Fabrik mit gläserner Produktion von Schokolade. Das restaurierte Gelände der früheren Keksfabrik ist riesengroß und sehr verwinkelt.

Ein Restaurtant ist „The Test Kitchen“. Die Karte wirkt auf den ersten Blick kompliziert, ist sie aber gar nicht. Es gibt verschiedene Menüs, die aus fünf, sechs oder zehn Gängen bestehen. Eine Geschmacksexplosion jagt die nächste, dazu werden korrespondierende Weine gereicht. Dazu erklärt das freundliche und kompetente Personal jeden Gang und jede Zutat. Rund ein dutzend Köche bereiten die Speisen in der offenen Küche zu. Eine rechtzeitige Reservierung ist zwingend empfohlen. Das Restaurant wird vom englischen Koch Luke Dale-Roberts betrieben, er gehört zu den Starköchen Südafrikas.

Das „Espresso Lab“ produziert Kaffee am laufenden Band. In einem stylisch eingerichteten Verkaufsraum zischt es ständig; das Interieur mutet fast klinisch an. Ruhigere Plätze gibt es im Innenhof, wo neben Kaffee auch ein paar leckere Kleinigkeiten serviert werden. Der Laden sucht nach nachhaltigem und fair gehandeltem Kaffee; auf einer Weltkarte sind die Bezugsorte angepinnt. Der Kaffee wird dort geröstet und frisch zubereitet. An heißen Tagen ist ein „Black Ice“ zu empfehlen. Der Eiskaffee erfrischt, ohne zu süß zu sein.

Teaserfoto: Tracy Hunter, flickr.com, CC BY 2.0



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