Kreuzfahrten – Mit dem Schiff um den Globus

Anspruchsvolle und erfahrene Kreuzfahrer kennen vielleicht die Fahrten von Azamara Club Cruises. Hier steht nicht die Fahrt alleine im Fokus der Betreiber, sondern darüber hinaus ausgewogene und interessante Landaufenthalt, die über den normalen Landgang einer Kreuzfahrt weit hinausreichen. Im Gespräch Larry Pimental, Präsident von Azamara Club Cruises.

Norwegen ist als Ziel von Kreuzfahrten besonders für deutsche Touristen von Interesse. Foto: Alfred Diem, flickr.com, CC BY 2.0

Norwegen ist als Ziel von Kreuzfahrten besonders für deutsche Touristen von Interesse.
Foto: Alfred Diem, flickr.com, CC BY 2.0

a-travel-o: Was ist anders an Ihrem Konzept?

Pimental: Es gibt eine Menge unterschiedlicher Kreuzfahrtkonzepte. In unserem Fall heißt das, kleinere Schiffe, weniger als siebenhundert Gäste an Bord und mehr Landstationen. Wir bleiben bis spät in die Nacht in den Häfen, bei vielen Stationen sogar zwei bis drei Nächte. Unseren Gästen bietet das die Möglichkeit, die Umgebung und die Restaurants der Stationen besser kennen zu lernen. Bei herkömmlichen Konzepten wird zwischen acht und neun Uhr morgens der Hafen angelaufen und um fünf Uhr schon wieder verlassen.

a-travel-o: Es geht also nicht nur um die Schiffsfahrt an sich.

Pimental: Viele Schiffe bei anderen Anbietern sind an sich das Ziel. In unserem Fall liefern wir eher das Ziel. So sind das manchmal der Karneval in Rio, die Britisch Open in England oder ein Jazzfestival in Moldau. Wir haben also einmalige Konzepte, die unsere Fahrten ausmachen. Unsere Gäste sind weltweit orientiert und kommen aus sechzig verschiedenen Ländern. Daher haben wir viele unterschiedliche Akzente.

a-travel-o: Gibt es besonders interessante Regionen für die Reisenden?

Pimental: Der deutsche Markt bringt zum Beispiel ein paar Besonderheiten mit sich, was die Ziele angeht. Da gibt es die Baltischen Inseln und Norwegen. Aber auch der Verkehr zwischen Rio und Buenos Aires hebt sich hier hervor. Wir haben auch exotische Ziele wie Burma. Der mit Abstand größte Wachstumsmarkt für Deutschland ist Asien, allen voran Thailand.

Auch Myanmar ist seit neuestem ein gefragtes Ziel.  Foto: Marc Veraart, flickr.com, CC BY 2.0

Auch Myanmar ist seit neuestem ein gefragtes Ziel.
Foto: Marc Veraart, flickr.com, CC BY 2.0

a-travel-o: Wo legen die Schiffe ab oder kann man überall auf der Welt zusteigen?

Pimental: Wir laufen aus 55 Ländern aus. Es gibt also mehrer Einstiegsmöglichkeiten, wir haben Hongkong, London, Hamburg und so weiter. Es liegt auch immer daran, wo das Schiff gerade ist. Wir haben zwei Schiffe, die den ganzen Globus umfahren. Sie können in 55 Ländern an Bord gehen oder das Schiff verlassen.

a-travel-o: Gibt es viele Deutsche an Bord?

Pimental: Ja. Angefangen haben wir im April 2010. Wir bieten höherklassige Produkte an. Es gibt aktuell etwas weniger als eintausend Deutsche, die mit uns gefahren sind. Es ist aber ein schnell wachsender Markt. Wir haben um 60 Prozent zugelegt.

a-travel-o: Hat sich der Zwischenfall mit der Costa Concordia negativ auf Ihr Unternehmen ausgewirkt?

Pimental: Das war ein sehr trauriger Vorfall. Wenn man sich aber den globalen Markt vor Augen führt, Asien und Amerika, hat es keine Auswirkungen. Es ist in Europa passiert und hat viele Europäer betroffen. Langfristige Folgen sind bisher nicht zu erwarten. Grundsätzlich ist es sehr sicher mit dem Schiff zu reisen. Die Datenlage ist eindeutig: Es ist wesentlich gefährlicher ein Auto in Berlin zu fahren, als auf ein solches Schiff zu gehen. Es waren viertausend Menschen auf diesem Schiff und Betroffene sagten aus, dass es unvorhersehbar war. Mich persönlich würde es nicht dazu veranlassen, nie wieder auf ein Schiff zu gehen. Es ist ein Vorfall und nicht die Regel.

a-travel-o: Gibt es Orte, die Sie mit Ihren Schiffen nicht ansteuern?

Pimental: Wir haben noch nicht sehr viel Zeit im Pazifik verbracht. Nicht zuletzt wegen der Langen Wege, die sich dort auftun. Ich würde sehr gerne nach Australien gehen, da sich dort schöne Touren anbieten, aber es ist ein sehr weiter Weg dorthin. Doch wenn unsere Rederei weiter wächst, wäre es eine ernsthafte Option. Wir wollen etwas Einmaliges anbieten und Orte ansteuern, die sie schon immer sehen wollten.

Teaserbild: Foto: Alfred Diem, flickr.com, CC BY 2.0



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